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Stich- und Schnittverletzungen

Definition

Stich- und Schnittverletzungen entstehen durch scharfe Gegenstände / Materialien wie z. B. Kanülen, Lanzetten, Skalpelle oder Glassplitter, mit denen im medizinischen Umfeld versehentlich die Haut punktiert wird.[1, 2]

Nadelstichverletzungen (NSV) sind gemäß Definition unbeabsichtigte Stichwunden, die durch den Gebrauch von Hohlnadeln, wie Injektions- oder Blutentnahmekanülen, Venenverweilkanülen oder anderen im Zusammenhang mit der Zu- und Vorbereitung einer Infusion verwendeten Kanülen verursacht werden.[1, 3, 4]

Risiken

Beschäftigte im Gesundheitswesen sind in ihrem Arbeitsalltag einem hohen Risiko der berufsbedingten Exposition gegenüber Blut und Körperflüssigkeiten ausgesetzt. Bei einer solchen Exposition kann es zur Übertragung von Krankheitserregern mit den potenziellen Folgen einer Ansteckung und dadurch verursachten schweren Gesundheitsschäden kommen.5, 6

Typische Hochrisikosituationen der berufsbedingten Exposition mit möglicher Übertragung von Blut und Körperflüssigkeiten sind:5, 6, 7

1. Stich- und Schnittverletzungen
2. Kontakt mit Schleimhaut
3. Kontakt über nicht intakte Hautoberfläche(n)

Wo Sicherheitsprodukte und Sicherheitsstandards noch nicht etabliert sind, stellen perkutane Verletzungen die höchste Mitarbeitergefährdung
dar. Stich- und Schnittverletzungen können durch Objekte wie Kanülen, chirurgische Instrumente oder Glassplitter verursacht werden.5, 7

Annähernd 80 % aller Stich- und Schnittverletzungen sind Nadelstichverletzungen, die in 56 % der Fälle beim Umgang mit Hohlkanülen entstehen (siehe Abbildung 1).1

Abbildung 1: Arbeitsgeräte / Materialien, die perkutane Verletzungen verursacht haben
Abbildung 1: Arbeitsgeräte / Materialien, die perkutane Verletzungen verursacht haben

Spritzenkanülen, Venenverweilkanülen und Butterfly-Kanülen machen annähernd 65 % aller Verletzungen durch Hohlkanülen aus. Sie gelten als hochriskant, weil die Kanüle mit Blut verunreinigt ist. Ungefähr jede zweite Nadelstichverletzung durch eine Hohlkanüle setzt einen Mitarbeiter dem Risiko der Exposition gegenüber Blut aus (siehe Abbildung 2).8

Abbildung 2: Relative Häufigkeit von NSV durch verschiedene Typen von Hohlkanülen vor der Einführung von Sicherheitsprodukten. Referenz: 63 Kliniken in den USA, die am EPINet-Surveillanceprogramm teilnahmen
Abbildung 2: Relative Häufigkeit von NSV durch verschiedene Typen von Hohlkanülen vor der Einführung von Sicherheitsprodukten. Referenz: 63 Kliniken in den USA, die am EPINet-Surveillanceprogramm teilnahmen

Die am stärksten durch Nadelstichverletzungen gefährdeten Mitarbeiter waren Krankenschwestern und -pfleger, bei denen der Prozentsatz an erlittenen NSV mit bis zu 50 % am höchsten war.1, 8, 9, 10

Auch bei Ärzten und Labormitarbeitern bestand ein eindeutiges Risiko für Nadelstichverletzungen durch kontaminierte Hohlkanülen.1, 9

Neben den direkt mit Medizinprodukten arbeitenden Mitarbeitern sind auch das Reinigungs- und Wäschereipersonal den gefährlichen Folgen von NSV ausgesetzt (siehe Abbildung 3).1, 9

Abbildung 3: Mitarbeitergruppen im Gesundheitswesen, die bei Stich- und Schnittverletzungen gegenüber Blut und Körperflüssigkeiten exponiert sind
Abbildung 3: Mitarbeitergruppen im Gesundheitswesen, die bei Stich- und Schnittverletzungen gegenüber Blut und Körperflüssigkeiten exponiert sind

Referenzen:

1 Centers for Disease Control and Prevention. Workbook for Designing, Implementing, and Evaluating a Sharps Injury Prevention Program. 2008 www.cdc.gov/sharpssafety/pdf/sharpsworkbook_2008.pdf
2 Prüss-Üstün A, Rapiti E, Hutin Y. Sharps injuries: global burden of disease from sharps injuries to health-care workers. Geneva, World Health Organization, 2003 (WHO Environmental Burden of Disease Series, No. 3).
3 Castella A, Vallino A, Argentero PA, Zotti CM. Preventability of percutaneous injuries in healthcare workers: a year-long survey in Italy. J Hosp Infect 2003;55:290-294
4 Centers for Disease Control and Prevention. National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH). NIOSH Alert: Preventing Needlestick Injuries in Health Care Settings, 1999, Publication No. 2000-108. (www.cdc.gov/niosh/2000-108.html)
5 Prüss-Üstün A, Rapiti E, Hutin Y. Estimation of the Global Burden of Disease attributable to Contaminated Sharps Injuries Among Health-Care Workers. Am J Ind Med 2005;48:482-490
6 Sepkowitz KA. Occupationally Acquired Infections in Health Care Workers. Part II. Ann Intern Med. 1996;125:917–928
7 Jagger J, Balon M. EPINet Report: Blood and Body Fluid Exposures to Skin and Mucous Membranes. Adv Exposure Prev. 1995;1(2):1-9.
8 Jagger J, Bentley M. Injuries from Vascular Access Devices: High Risk and Preventable. J Infusion Nursing 1997;20(65):533-539
9 Rapiti E, Prüss-Üstün A, Hutin Y. Sharps injuries: assessing the burden of disease from sharps injuries to health-care workers at national and local levels. Geneva, World Health Organization, 2005. (WHO Environmental Burden of Disease Series, No. 11).
10 Jagger, J., and Perry, J.: “Comparison of EPINet Data for 1993 and 2001 Show Marked Decline in Needlestick Injury Rates,” Advances in Exposure Prevention. 6(3):25-27, 2003.

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